Theaterpreisverleihung 2017

Zum elften Mal wurden die jährlichen Theaterpreise durch den Theaterförderverein Halberstadt und den Musik- und Theaterverein Quedlinburg am 17.11.2017 vergeben.

Im Rahmen des 2. Sinfoniekonzertes im Großen Haus in Halberstadt wurde er verliehen, der Theaterpreis!

Das Ensemble des Musicals „Addams Family“ erhält den Preis für die beste Inszenierung, der Schauspieler des Jahres ist Curdin Caviezel.
Wir gratulieren auch an dieser Stelle den Preisträgern ganz herzlich.

Das 2. Sinfoniekonzert in dieser Spielzeit stands ganz unter dem Licht des Impuls-Festivals für neue Musik. Die Auftragskomposition von Cya Bazzaz, der in Orchesterwerkstatt unseres Theaters mit einem Förderpreis des Impuls-Festivals ausgezeichnet wurde, kam zur Aufführung. Anschließend kredenzte der vielfach ausgezeichnete Soloposaunist Lars Karlin mit unserem Sinfonieorchester Rotas Posaunenkonzert. Nino Rota, der die legendären Filmmusiken für Fellini und Visconti komponiert hat.

 

Wir danken an dieser Stelle der Firma "Eger - Gut hören, besser verstehen" welche einen beachtlichen Teil des Preisgeldes stiftete.

Impressionen

 

Laudatio von Heidi Escher:

Laudatio

für Curdin Caviezel

Im Apri 2014 kam ein junger Künstler an unser Theater- der Schweizer Curdin Carviezel.

Nach einem dreijährigen Schauspielstudium war es für den Zwanzigjährigen das erste feste Engagement- mit einem rasanten Start. Er musste sofort mehrere Rollen übernehmen und schaffte es bis zum Sommer 2017 in 20 Inszenierungen mitzuwirken. Allein in der vergangenen Spielzeit waren es 125 Auftritte. Man könnte meinen, Curdin wurde ausgepowert, "verheizt". Dem war nicht so!

Der unglaublich talentierte und fleißige Schauspieler nahm gewissenhaft alle Herausforderungen an und überraschte dir Zuschauer von jung bis alt immer wieder.

Mit einem Lächeln sehe ich noch das Bild vor mir, wie Curdin nach einer Vorstellung als Krümel in "Die Brüder Löwenherz" v on begeisterten Jungen und Mädchen auf dem Weihnachtsmarkt bejubelt wurde.
Und ich denke mit Rührung an eine seiner letzten Rollen, den Harold in der schwarzen Komödie "Harold und Maude". Die Zu schauer bekamen Gänsehaut durch das Zusammenspiel mit der fasf Achtzigjährigen Helga Wahrlich!

Nicht von allen Iszenierungen möchte ich hier erzählen. Für Curdin war jede Rolle wichtig. Egal ob in klassischen Stücken wie "Faust", "Amphitryon" und "Romeo und Julia" oder in den beliebten Inszenierungen vor allem füe unser junges Publikum wie "Big Deal", "Am Horizont"- er spielte alle Rollen mit Herz, Verstand- und was auch wichtig war-mit präziser Sprache.
"Der Lappen muss weg" z.B. wurde zu einem Renner und es gab zusätzliche Vorstellungen.
In den "39 Stufen" bewies er seine Wandlungsfähigkeit im "Minutentakt"!
"Pension Schöller", "Die Olsenbande" gaben Curdin die Möglichkeit zu zeigen, wie Komik gestaltet werden kann ohne flach zu sein.
Den Adlatus Adson in "Der Name der Rose" spielte er in jedem Sommer und beeindruckte die Zuschauer.

Ich könnte weiter schwärmen.
Doch ein Stück möchte ich noch erwähnen. Im Harzer Bergtheater war er der Geißenpeter in "Heidi"- eine Rolle, die ihm quasi auf den Leib geschrieben war.
Curdin, wie sagtest du:
Kreuzkruzifixvermaledeitundzugenähterarschundzwirn- ich habe das Wort geübt, um es aussprechen zu können- und du brachtest das Publikum zum Lachen.

Seit September 2017 geht Curdin nun neue Wege. Er probt zur Zeit in Bregenz für ein Mäusemusical und hat weitere Pläne. Unserem Theater möchte er verbunden bleiben und vielleicht gibt es ein Wiedersehen.

Nun komme ich zum wichtigsten Satz:
Den Theaterpreis 2017 erhält heute der Schauspieler Curdin Carviezel für die vielen schönen, unterhaltsamen und nachdenklichen Stunden, die er uns bereitet hat.

Wir wünschen dir für dein weiteres Schaffen alles Gute, Glück und Erfolg.  

 

Laudatio von Uwe Kraus:

Laudatio

für "Addams Family"

Liebe Theaterfreunde, sehr geehrte Damen und Herren,

Was haben Sie am 11. Juni 2016 getan?
Aus mehreren Gründen erinnere ich mich genau an den Abend zwischen Folterstuhl und Kakerlaken-KInd. Ich erlag dem morbider Charme im Grünen, als die Untoten die Szenerie bevölkerten und ein Zombie-Butler Getränke reichte.
Ich gestehe, die „Addams Family“ war mir bis zu diesem Tag fremd. Ich kannte weder die legendären Cartoons von Charles Addams noch die Verfilmungen der Familiengeschichten.
Und dann lernte ich sie kennen: die Addams-Family, ziemlich bleiche Typen, die ein bisschen übellaunig daherkamen. Was ist schon normal - die Addams Family ist es auf jeden Fall nicht. Wer ein Faible für durchgeknallte Exzentriker und morbiden Humor hat, der ist bei der „Addams Family“ völlig richtig.
Das Nordharzer Städtebundtheater spielte das Erfolgsmusical als drittes deutsches Theater, was Musical-Fans aus allen Himmelsrichtungen „auf den Berg“ und in den Nordharz zog. Sie wollten die kultigen Grufties, die ihre Kinder „süße Kakerlaken“ nennen, einfach kennenlernen. Obwohl die Handlung in ihrer Banalität eher zur Vorabendserie taugt, sind es bestens aufgelegte Darsteller, üppig gestaltete Kostüme und gruftig-gruselige Requisiten, die mit unendlich vielen kleinen und großen Details das Theater in eine Grusical-Kulisse verwandeln. Ob total irre Bankettszene, Humor bis hin zum Kalauer, schrille Töne und anrührende Lieder, das Stück ist mitreißend und einige Titel bleiben lange im Ohr. Klaus Seiffert holt den New Yorker Central Park mit einer gruftigen Villa in den Harz. Hier fand er im Ensemble des Musiktheaters seine musical-affinen Darsteller.
Michael Rapke stolziert mit schönem spanischen Akzent als Hausherr Gomez herum, Gerlind Schröder gibt eine unterkühlt-elegante Gattin ab, Klaus-Uwe Rein und Bettina Pierags im kanariengelben Kostüm verschlägt es in die düstere Villa der seltsamen Familie, wo sie ihr ganzes komödiantisches Talent präsentieren.
Das Problem der Gruselfamilie: Die 18jährige Tochter Wednesday, gespielt von Marie-Luis Kießling, als Prinzessin der Dunkelheit hat sich in einen Normalo verliebt. So müssen die gruseligen Ahnen ran, um die Situation zu retten. Ein Kennenlern-Dinner verändert dabei alles. Doch Vorsicht: Über die Schultern rollende Köpfe, Tentakel-Arme und abgeschnittene Hände passen nicht so recht ins Kinderzimmer von Durchschnittsfamilien!
Doch das Ensemble passt hier gut auf die Bühne, um den Theaterpreis für die beste Inszenierung zu empfangen.

Herzlichen Glückwunsch!

 

 

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